Spezial Jagdgebrauchsprüfung in Bad Wurzach/Hauerz oder der LCD erobert den Süden

Um von dieser Prüfung zu berichten, muss ich etwas weiter ausholen. In unserer Trainingsgruppe beschlossen wir schon im November letzten Jahres, dass wir zusammen bei einer SpJGP/R starten wollen. Da wir aber alle aus dem Deutschen Süden stammen und der LCD bis hierher noch nicht vorgedrungen war, überlegten wir die Organisation einer solchen Prüfung selbst in die Hand zu nehmen. Mit Hilfe von Herrn Schöning, bei dem wir offene Türen einrannten und der immer ein Ohr für unsere Fragen hatte, war die erste Hürde schnell genommen. Monika Pfundstein erklärte sich auch sofort bereit uns in punkto Sonderleitung zu unterstützen. Bei der Suche nach einem geeigneten Revier kam nur Klaus Fetscher aus Hauerz in Frage, der uns mit seiner Zusage genauso schnell den Weg für die Durchführung dieser Prüfung ebnete. Als Richterteam konnten wir Frau Simone Neureuter-Eberhardt und als Prüfungsleiter Herrn Dietmar Ruppert gewinnen. Besonders entgegen kam uns, dass Klaus Fetscher nicht nur Revierinhaber sondern ebenfalls JGHV Richter ist, somit komplettierte er das Gespann. An dieser Stelle, an alle die zum Gelingen dieser Prüfung im Vorder- und Hintergrund mitgewirkt haben, ein herzliches Dankeschön von unserer Trainingsgruppe. So wurde also nach gemeinsamer Absprache der 29. September 07 zum Prüfungstag der SpJGP/R ernannt.
Der Beginn der Prüfung wurde auf 8 Uhr angesetzt. Nach Abschluss der Formalitäten ging es auch sofort an die Arbeit. Das erste Prüfungsfach, die 500 Meter Haarwildschleppe mit 20 Minuten Stehzeit. Draußen auf dem freien Feld erwartete uns bei Sonnenschein und herbstlichen Temperaturen eine steife Prise. Die Schleppen beinhalteten alles, was das Revier hergab, Wiesen, Stoppelacker, Hecken, Wald und natürlich jede Menge Verleitungen. Diese Herausforderung bewältigten alle fünf Gespanne mit der nötigen Konzentration. Alle zusammen konnten wir uns an dem Bestehen der ersten Aufgabe freuen. Was wir natürlich nicht wussten, dass das nächste Fach Verloren Suche aus tiefem Schilf zu unserem Angstfach werden sollte.
Das Wasserrevier war sehr anspruchsvoll, das lag zum einen an der großen Entfernung vom Land zum Schilf, die ca. 40 bis 50 Meter betrug, zum anderen am Wind, der an Kraft nichts einbüsste und am mannshohen, dichten Schilfbewuchs, der sich über die gesamte Breite des Sees erstreckte. Die Hunde taten sich zum Teil sehr schwer, das Wasser in gerader Richtung an zunehmen. Und fast jeder der schon Hunde auf Prüfungen geführt hat, kennt den Spruch aus eigener Erfahrung, „ das hat er aber noch nie gemacht.“ Und genau so ist es uns auch ergangen. Denn genau der Hund, der im Training eher zum Einspringen neigt, hatte hier das Wasser nicht angenommen.

Schwer beeindruckt vom zweiten Fach starteten wir zu unserem dritten Fach: Einweisen über Gewässer auf einer Schleppspur. Der Weiher war ca. 20 Meter breit und so lang, dass die verbliebenden vier Hunde alle an diesem Weiher geprüft werden konnten. Somit hatte jedes Gespann in etwa dieselben Voraussetzungen. Die ersten zwei Hunde machten ihre Sache dann doch recht gut. Der dritte Hund in der Reihe hatte den Schock des zweiten Fachs wohl noch nicht verdaut und konnte nicht an seine gewohnt guten Leistungen anknüpfen. Der vierte Hund aus unserer Gruppe, nämlich meiner, ging in gewohnter Manier über das Wasser und arbeitete sich auch gleich auf die Schleppspur ein. Mit dem Erreichen des freien Feldes muss ihr dann aber doch eingefallen sein: „Hoppla, da war ich doch schon mal beim Entenjagen“. Damit keine Ente verloren geht, sucht sie als ordentlicher Jagdhund natürlich das Feld weiträumig ab und nimmt dann am Ende eben doch das, was zu bekommen war, nämlich die kalte Ente am Ende der Schleppspur.
Hätte man uns vor der Prüfung gefragt, vor welchem Fach wir den größten Respekt haben, dann hätten wir mit Sicherheit alle das Einweisen auf zwei Stück Federwild genannt. Jetzt hatten wir aber schon so mit dem zweiten oder/und dritten Fach gekämpft, dass das vierte und letzte Fach dadurch fast etwas an Dramatik verloren hatte. Drei der vier Hunde kamen ohne große Korrektur des Vorans an das ausgelegte Wild. Der vierte Hund musste häufiger abgestoppt und eingewiesen werden, dadurch konnte der Hund seine gute Lenkbarkeit zeigen.
Eine Prüfung ist eine Momentaufnahme und zum Gelingen gehört auch immer eine gute Portion Glück. Weil wir aber nicht alles der nötigen Portion Glück überlassen wollten, haben wir bei der Prüfungsvorbereitung viel unserem langjährigen Trainer Paul Koch zu verdanken.
Auch dem Richterteam gebührt an dieser Stelle ein herzlicher Dank, wir fühlten uns fair bewertet. Last but not least müssen Monika Pfundstein und Thomas Schädler erwähnt werden, die uns am Prüfungstag allerbestens verpflegt haben. Auch hier gilt, nach der Prüfung ist vor der Prüfung. Alle haben wir gesehen an was wir mit unseren Hunden noch arbeiten können, also los geht’s.

Jutta Block

 

Prüfungsergebnisse

Bantu von der Klifflinie L/R                               Punkte: 87
Führerin: Sigrid Kuhn

Chessy vom Nassachtal L/H                                Punkte: 92
Führerin: Dr. Anne Gothe

Cammy vom Nassachtal L/H                               Punkte: 71
Führer: Manfred Frank

Timanfaya Sun Down Donka L/H                        Punkte: 96
Führerin: Jutta Block

Aluca vom Hirschthürl L/H                                  nicht bestanden
Führer: Norbert Pfundstein