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Jagdgebrauchsprüfung für Retriever (JGP/R)beim Labrador Club Deutschland e.V. Eingeladen hatte die Regionalgruppe Südwest des LCD zu dieser Meisterprüfung für Retriever am 20./21. Oktober 2007 im Raum Philippsburg. Kurzfristig erhielt ich von der Sonderleiterin Frau Simone Neureuter-Eberhardt die Mitteilung als Ersatz bei dieser Prüfung mit meiner Chesapeake-Bay-Retriever-Hündin „Aura“ teilnehmen zu können. Die JGP/R des Labrador Clubs Deutschland wird mit einer eigenständigen interessanten Prüfungsordnung durchgeführt, die VPS-Komponenten und das Fach Einweisen enthält. Durch die kurzfristige Zusage hatte ich nur 14 Tage Zeit um mich auf diese Prüfung vorzubereiten und fuhr daher mit gemischten Gefühlen nach Philippsburg. Zu dieser Prüfung waren 5 Retriever gemeldet und am kalten, aber sonnigen Prüfungstag erschienen 2 Labrador-Hündinnen und meine Chessie-Hündin. Die Prüfung begann mit der Riemenarbeit/Übernachtfährte nach der Verlosung im Graben-Neudorfer-Forst. Sonderrichter Schweiss war Herr Alois Herzog, der die Prüflinge in die Arbeit einwies. Die Übernachtfährte war gespritzt mit Dammwildkalb-Schweiss. Alle drei Hunde kamen zwar ans Ziel, hatten aber sehr große Schwierigkeiten mit dem Fährtenverlauf. Nach dem Verhalten am Stück ging es an die nächste Waldarbeit, die Kaninchenschleppe. Die drei Hunde meisterten die Kaninchenschleppe absolut sicher. Nach der Leinenführigkeit stand das Wahlfach Fuchsschleppe auf dem Programm. Der Fuchs muß mindestens 3,5 kg schwer sein und ein Nachweis über eine Tollwutuntersuchung muß vorliegen. Nach der LCD-Prüfungsordnung zählen auch bei diesem Wahlfach die Punkte, bei Versagen ist dies aber kein Prüfungsausschluss. Meine Chessie „Aura“ und die Labrador-Hündin „Enia Nele vom Walzenhof mit Führerin Astrid Braun wagten die 300 m Fuchsschleppe. Beide Hunde nahmen sicher diese Hürde zur allgemeinen Freude ihrer Führer und der Richter. Nach dem Stöbern im Wald auf jeweils ein Haar- und Federwild ging es zur Mittagspause in die Gaststätte Vogelpark. Während des Mittagessens wurde über die Gründe des negativen Verlaufes der Riemenarbeit diskutiert. Am Nachmittag wurde das retrieverspezifische Einweisen auf Federwild in einem mittelhohen Senffeld geprüft. Die von mir geführte Chessie-Hündin ließ sich direkt und schnell auf die Auswurfstelle einweisen, reagierte auf Pfiff und Handzeichen und brachte das Federwild in der richtigen Reihenfolge. Die Leistung unserer Retriever wurde mit gut und sehr gut beurteilt. Am späten Nachmittag des ersten Tages ging es zum Prüfungsgewässer. Erstes Fach: 10 Minuten stöbern ohne Ente im Schilfgürtel. Anschließend erfolgte die Feststellung der Schussfestigkeit am Wasser und dann die Freiverlorensuche auf Ente im deckungsreichen Gewässer. Da meine Chessie die Bewertung hinter der lebenden Ente schon besaß, war für uns die Prüfung am Wasser beendet. Besonders viel den Richtern die Lenkfähigkeit des Chessies im Wasser auf. Die zwei Labrador-Hündinnen von Astrid Braun und Frank Gerber zeigten vorbildliche Wasserarbeit auch hinter der lebenden Ente. Die Leistungen unserer Retriever wurden mit gut bis sehr gut beurteilt.
Der erste Prüfungstag war somit beendet und wir fuhren zurück zum Hotel Philippsburger Hof. Hier fand beim Abendessen ein reger Austausch zwischen den Teilnehmern über die an diesem ersten Tag geleisteten Arbeiten und gemachten Fehler sowohl der Hunde als auch der Hundeführer statt. Obwohl am nächsten Tag noch Aufgaben zu bewältigen waren, entwickelte sich an diesem Abend eine äußerst entspannte und angenehme Atmosphäre unter den Teilnehmern und mit den Richtern. Am nächsten Morgen begann die Prüfung mit dem Buschieren. Beim Buschieren soll der Hund unter der Flinte suchen und sich leicht und ohne viel Kommandos auf Flintenschußweite dirigieren lassen. Jagderfahrung und Passion zeichnen den guten Buschierhund aus. Die Leistungen unserer Hunde wurden mit genügend, gut und sehr gut bewertet. Als nächstes wurde die 300 m Federwildschleppe durchgeführt. Alle drei Hunde konnten Höchstnoten erreichen. Als Letztes waren noch die Gehorsamsfächer zu absolvieren. Auf einer Wiese, nahe einer Jagdhütte wurde die Schußfestigkeit und das Hereinkommen auf Pfiff getestet. Anschließend wurde das Folgen frei bei Fuß, das Ablegen und das Verhalten auf dem Stand mit Schussruhe geprüft. Im Suchenlokal angekommen, es war um die Mittagszeit, wurden die Formalitäten erledigt und die Siegerehrung durchgeführt. Der Prüfungsleiter Herr Dietmar Ruppert überreichte nach ausführlicher Erklärung der Prüfungsschwierigkeiten der einzelnen Hunde die Urkunden, Prüfungsunterlagen und dem Suchensieger einen gläsernen Pokal. Timanfaya Sun Down Emely (L/H) Enia Nele vom Walzenhof (L/H) SedgeGrass Are You Ready (CBR/H) Abgerundet wurde diese hervorragend organisierte Prüfung durch ein gemeinsames Mittagessen. Abschließend gilt es Dank zu sagen der Sonderleiterin Simone Neureuter-Eberhardt und den Revierinhabern für die zur Verfügung gestellten Reviere. Diese JGP/R, die ich als Gast des LCD’s das erste Mal erleben durfte, wird mit noch lange in Erinnerung bleiben. Arno Koch mit Aura |