Seminar „ Denken wie ein Hund“ mit Mario Nauke
Oder, wie wir unseren Hund besser verstehen lernten.

Wenn du mit deinem Hund arbeiten willst, dann musst du denken wie ein Hund.
Unter diesem Leitspruch stand das Wochenend-Seminar in Ottenheim vom 14.2. und 15.2.2009 mit Mario Nauke.

Doch wie denkt denn unser Hund?

Der Hund ist wie der Wolf ein Rudeltier, und braucht eine soziale Gruppe. Eine klare Rangordnung gibt dem Hund Sicherheit. Hunde brauchen aus diesem Grund eindeutige aber freundliche Informationen über ihre Position innerhalb der Gruppe.

Eine gute Erziehung schafft die Basis für die körperliche und seelische Gesundheit des Hundes.

Der erste Tag des Seminars beinhaltete die theoretischen Grundlagen, das Grundwissen über das Verhalten des Hundes. Mario Nauke erklärte uns, dass Hunde Gefühle wie Dankbarkeit, Pflichtgefühl oder Liebe nicht kennen.

Ihr Denken ist immer Zweck gebunden. Sie sind Opportunisten.

Ein Hund gehorcht nicht aus Liebe, sondern um Unangenehmes zu vermeiden oder Angenehmes zu erreichen.
Über die klassische Konditionierung nach Pawlow wurde gesprochen.

Genau wie ein Menschenkind lernt ein Hund über positive und negative Erfahrungen. Verhält sich ein Hund richtig, dann muss er sofort belohnt werden. Belohnung kann sein: Futter , Stimme oder auch ein Spiel.

Auf das richtige Timing kommt es an. Die Belohnung muss innerhalb der ersten Sekunde erfolgen.
Die Grundbausteine der Hundeerziehung heißen:

                  K A D.
Konsequenz, Ausdauer, Disziplin

Der Hundeführer sollte daher den Hund immer beobachten, für ihn mitdenken und ihm dabei immer einen Schritt voraus sein.

Immer müssen wir uns bewusst sein, dass nur unsere Sehkraft dem Hund überlegen ist und diese dann auch vorausschauend einsetzen. Der Hund hört besser , er riecht besser ,er schmeckt besser, sein Tastsinn ist besser, er kann schneller laufen, er reagiert schneller und er hat ein Gespür für Dinge, die wir empfinden wie Angst, Erregung und Konzentration.
Aber er sieht viel schlechter und diesen Vorteil müssen sich die Hundeführer zu Nutze machen.

Bei der Hundeerziehung ist die Leine der verlängerte Arm des Hundeführers je kürzer sie ist desto besser und direkter kann korrigiert werden. Wichtig ist vor allem unsere Körpersprache. Der Hund ist ein Meister darin und Hunde verständigen so untereinander. Ein aufrechter Gang vermittelt Stärke, hektische Bewegungen Unsicherheit.
Die Zeit verging im Fluge, schon war Mittag und wir merkten gar nicht wie lange wir schon gesessen und dem interessanten Thema gelauscht hatten. Nun ging es hinaus mit unseren Hunden, die so lange ruhig unter den Tischen lagen.

Mario Nauke gab uns auf der Wiese Tipps und beantwortete die aufgekommenen Fragen.

Schnell war der Samstag zu Ende und wir freuten uns schon auf Teil II der Veranstaltung.

Am Sonntag war Ringtraining angesagt und alle waren ganz gespannt wie das wohl ablaufen könnte. Einige von uns waren schon erfahrene Aussteller aber Andere , wie ich ,waren völlige Greenhorns.

Der Morgen war wieder der Theorie gewidmet: wie präsentiere ich meinen Hund so, dass auch kleine Fehler nicht so ins Gewicht fallen, wie läuft eine Ausstellung ab, wie sollte man sich verhalten und was wird bei einer Ausstellung wie beurteilt. Nachmittags ging es dann, wie schon am Vortag, nach draußen auf die Wiese damit wir üben konnten.
Mario Nauke gab Tipps und Hilfestellungen beim richtigen Positionieren, zu jedem Hund sagte er etwas und gab Ratschläge .Zum Schluss stellte er eine Ausstellung mit allen Hunden nach. Das Schöne war, dass jeder viel über seinen Hund erfahren hat egal, ob er ein Ausstellungshund werden sollte oder nicht.

Alle Äußerungen waren so positiv, dass alle Teilnehmer des Seminars zufrieden waren und positiv gestimmt nach Hause fuhren.

Danke, Mario Nauke, für das lehrreiche Wochenende, von dem wir so viele Informationen mitnehmen konnten und für die Anregungen wie ein Hund zu denken.

Annegret Hesse