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Bringleistungsprüfung am 05.September 2009 in Groß-Umstadt/Heubach Richtergruppe: Simone Neureuter-Eberhard Wie immer, an so einem Prüfungstag trifft man sich mehr oder weniger ‚ausgeschlafen’ am vereinbarten Treffpunkt. Man bedankt sich, dass der strömende Regen des Vortages nachgelassen hat und hofft, es bleibt dabei. Der Sonderleiter gibt sich alle Mühe, die Prüfungsteilnehmer aufzulockern und die sympathischen und gelassenen Richter verstehen es mit Bravour eine absolut entspannte und angenehme Atmosphäre auszustrahlen. Die Prüfung kann also beginnen: September à die Enten sind auf! Passend zur Jagdzeit beginnen wir mit der Wasserarbeit:
Schussfestigkeit Jeder brauchbare (Wasser-) Jagdhund muss natürlich schussfest sein! Was genau wird hier verlangt? Die Jagd hat bereits begonnen und eine Ente fällt ins Wasser. Nun, zunächst einmal ist Standruhe gefragt. Dann sollte der wasserfreudige Retriever sofort und ohne zögern das Wasser annehmen nachdem er dort hineingeschickt wurde. Während der passionierte Schwimmer auf dem Weg zur Beute ist, fallen wieder Enten ein und es wird ein Schuss mit der Flinte über das Wasser abgegeben. Der schussfeste Hund lässt sich davon keineswegs beeindrucken und erledigt einfach seinen Auftrag. Sobald er die Ente ‚eräugt’ hat, muss er diese ohne weiteres Kommando aufnehmen und mit dieser auf schnellstem Wege zurück schwimmen. Die Richter wünschen sich einen vorsitzenden Hund bei der Abgabe der ‚ungeschüttelten’ Ente.
Verlorensuche Scheinbar hat der Schütze getroffen, während unser Jagdhelfer die erste Beute ‚an Land geholt’ hat. Die zweite Ente liegt irgendwo am anderen Ufer des Gewässers, deshalb ist noch einmal voller Einsatz gefragt. Wir schicken unseren vierbeinigen Freund mit einer Richtungsangabe ins Wasser. Bei einer kleinen Insel angekommen, wird diese sofort abgesucht. Das ist gut so, denn hier könnte ja die Ente liegen. Doch dem ist nicht so und deshalb folgt der Jagdhund selbständig seinem Finderwillen. Er verlässt die Insel und schwimmt suchend weiter, plötzlich scheint da ein Duft auf zu kommen. Da wollen wir doch mal nachsehen. Gut gemacht, die Ente liegt im Schilf. Nun heißt es wieder Luft anhalten und warten bis die Beute schnellstmöglich und unversehrt zugetragen ist. Halali, Jagd vorbei. Alle Enten sind geborgen und die Wasserarbeit ist abgeschlossen. Die Prüfungsteilnehmer versammeln sich um die Richter, die in der offenen Bewertung die Leistung der einzelnen Hunde vortragen und benoten. Alle 5 Hunde haben die gesetzlichen Anforderungen der Wasserjagd erfüllt, denn hier müssen brauchbare Hunde eingesetzt werden. Sehr schön. Nun geht es weiter zu den Waldfächern:
Verlorensuche Jeder Hund bekommt ein frisches Suchengebiet. Es liegen zwei Stück Haarwild (Kaninchen), die unser ‚Verlorenbringer’ selbständig suchen, finden und bringen muss. Je schneller umso besser, doch innerhalb von maximal 15 Minuten muss mindestens ein Stück gebracht werden. Auch in diesem Fach konnten alle Hunde ihren Nasengebrauch und den Finderwillen unter Beweis stellen.
Haarwildschleppe Manchmal passiert es selbst dem besten Schützen und das Kaninchen ist krank geschossen. Es schleppt sich 300 Meter durch den Wald und schlägt dabei noch den ein oder anderen Haken. Natürlich halten wir uns an die Grundsätze der deutschen Waidgerechtigkeit und wollen dem Wild unnötige Qualen ersparen. Wir müssen es also so schnell wie möglich finden. Dafür brauchen wir wieder unsere Supernasen, denn nur sie können am Anschuss die Spur aufnehmen und diese, ohne sich verleiten zu lassen, so lange verfolgen bis sie das beschossene Wild finden, es sofort aufnehmen und den ganzen Weg wieder schnellstmöglich zurück bringen.
Kleine Waldfächer Unsere vierbeinigen Jagdhelfer begleiten uns beim Pirschen. Natürlich gibt es ein Waidmannsheil nicht nur wenn der Wind passt. Nein, wir müssen uns leise verhalten und das Wild nicht schon beim Angehen vergrämen. Damit wir alle Hände für die Waffe frei haben, läuft der Hund frei bei Fuß neben uns. Da, plötzlich haben wir Wild im Anblick. Wir legen unseren gehorsamen Retriever ab und pirschen uns leise weiter an. Wir kommen zu Schuss und können unser Glück kaum fassen, denn es folgt ein zweites Stück Wild, das wir ebenfalls mit einem Schuss strecken können. Beide Stücke liegen im Knall, so dass unser Helfer heute nur ruhig liegen und auf uns warten musste. Nun kommt wieder mehr Bewegung in die Jagd und wir werden mit unseren ruhigen Vierbeinern zum Standtreiben angestellt. Jeder (Jagd-) Prüfungsteilnehmer kommt einmal zu Schuss, während die Hunde brav und ruhig neben uns abgelegt sind.
Schussfestigkeit Was im Wasser funktioniert, muss natürlich auch an Land bestätigt werden. Auf geht’s zum Stöbern mit der Flinte. Da, unser Freund hat einen Fasan hoch gemacht und wir schießen. Sofort rennt der Hund in Schussrichtung und will die Beute suchen. Wir schießen noch einmal und unser Hund zweifelt an unserer Schießfertigkeit, denn wieder findet er nichts. Wir rufen ihn zurück und alle geprüften Jagdhunde haben bewiesen, dass sie schussfest sind. Zeit für eine Pause, wir halten Brotzeit und obwohl bereits 2 Hunde die Prüfung nicht bestanden haben, ist die Stimmung noch immer sehr angenehm. Besonders gerne höre ich die lebhaften Geschichten der erfahrenen Richter/Sonderleiter, die mit ihrem Erlebten ganze Abende füllen können. Aber wir haben noch einiges vor uns und brechen langsam auf ins Feld:
Einweisen Endlich, unser Lieblingsfach. Mitten im Rübenfeld, auf einer Fläche von 80 mal 40 Metern liegen zwei Enten. Eine rechts, eine links. Dann mal los. Ich schicke Ambra zuerst nach rechts in den Wind, sie läuft exakt und braucht kein weiteres Kommando. Mit viel Elan und Freude bringt sie mir die Ente. Nun richten wir uns nach links aus, voller Spannung erwartet sie mein Kommando. Ich schicke Ambra, es geht Berg ab und schon ist sie aus dem Wind. Nun muss ich sie stoppen, blitzschnell sitzt sie da, schaut und wartet auf meine Richtungsanweisung. Ich hole sie ein wenig zurück, stoppe sie wieder und schicke sie rechts rüber. Alles hat wunderbar funktioniert und Ambra kommt schnell zum Erfolg. Im Hintergrund höre ich die Richter und freue mich sehr über die Kommentare.
Federwildschleppe Unsere letzte Aufgabe, es sind noch drei Hunde im Rennen. Als der erste Hund diese Aufgabe nicht gelöst hat, wird es mir langsam mulmig. Schleppen sind nicht so unser Ding, denn Ambra ist manchmal schneller als ihre Nase. Also jetzt erst mal Daumen drücken für den Hund vor uns. Das hat schon mal geholfen und Barbara hat die gesamte Prüfung als erste bestanden. Ich atme noch mal durch und vertraue meinem Hund. So, letzte Aufgabe und letzter Hund. Wir kommen zum Anschuss und ich spule mein Ritual ab. Als ich die Leine durchlaufen lasse flüstere ich immer wieder: „Nase, nimm die Nase; Nase, nimm die Nase.“ Ich beobachte Ambra, wie sie sich ansaugt und den Haken nimmt. Als sie die Ente findet, diese aufnimmt und sofort zurück sprintet … kann ich endlich wieder atmen. Noch einmal ein großes Dankeschön an alle, die diese Prüfung in dem schönen Revier ermöglicht haben:
Anna mit Silent Worker’s Ambra |